Projekt „Jugend und Umwelt. Partnerschulen im Dialog“
Das Kurfürst-Salentin-Gymnasium nimmt nunmehr im dritten - und leider letzten - Jahr teil an dem bundesweiten Projekt „Jugend und Umwelt. Partnerschulen im Dialog“, einer gemeinsamen Initiative der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der Deutschen Umweltstiftung Umwelt und des Instituts zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) in Aachen. Im Mittelpunkt des Projektes stehen Begegnungen von Gymnasialklassen der Sekundarstufe l aus den alten und neuen Bundesländern. Partnerschule des KSG ist seit 1997 das Heinrich-Heine-Gymnasium in Cottbus. Die diesjährigen Projektklassen sind die 10d des KSG, unter der Projektleitung von Petra Weber, unterstützt von ihrem Kollegen Rudi Kerres, und die 10f des Heinrich-Heine-Gymnasiums, unter der Projektleitung von Kai Sprenger und seiner Kollegin Kerstin Jakob. Diese Klassen besuchten sich gegenseitig, um Umweltrecherchen durchzuführen und für die FAZ journalistisch aufzubereiten. Die erste Begegnung der beiden Projektklassen fand Ende September 1999 in Andernach statt. Die Cottbuser erforschten damals ökologische Gesichtspunkte des Weinbaus in Leutesdorf und gestalteten über dieses Thema eine Sonderseite „Jugend und Umwelt“ im Feuilletonteil der FAZ. Anfang Mai 2000 erfolgte der einwöchige Rückbesuch in Cottbus, für viele KSG-Schüler der erste Aufenthalt in den neuen Bundesländern.
Die Strapazen der neunstündigen Anreise mit dem Bus bei sommerlichen Temperaturen waren schnell vergessen. Die Freude über das Wiedersehen war groß und die Aufnahme in den Gastfamilien durchweg herzlich. Die journalistischen Recherchen konzentrierten sich auf das Umweltzentrum Cottbus inmitten des ehemaligen Bundesgartenschaugeländes. Auf dem abwechslungsreichen Freizeitprogramm standen unter anderem eine Paddeltour durch den idyllischen Spreewald und eine Führung hinter die Kulissen des Brandenburgischen Staatstheaters Cottbus. Zu den Höhepunkten der Exkursion nach Berlin zählten die Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes und der gemeinsame Gang durch das Brandenburger Tor, festgehalten im symbolträchtigen Gruppenfoto als offiziell vorläufiger Abschluß der Ost-West-Begegnung zweier Schulen. Daneben blieb Zeit zur freien Verfügung in den Gastfamilien, und dabei wurde klar: Dieser innerdeutsche Dialog geht weiter, die ersten Briefe sind schon wieder geschrieben und neue Besuchstermine vereinbart!
ASZ 24/2000
Leiden Sie unter Leber- und Gallenbeschwerden? Sie können sich den Weg in die Apotheke sparen. Denn schon die alten Mönche erkannten, daß es auch ein bißchen Rosmarin und Lavendel tun. Im Vorpark, einem Teil des ehemaligen Cottbuser Bundesgartenschaugeländes, informiert ein Apothekergarten über alte Rezepturen. Dort sind die Heilpflanzen nach verschiedenen Krankheitsbildern angeordnet. Einige dieser Pflanzen wurden zur Zeit der Bundesgartenschau behindertengerecht auf vier Hochbeeten angelegt, um allen Besuchern kleine Tast- und Duftproben zu ermöglichen. Aber Achtung! Die rot gekennzeichneten Pflanzen in der extra eingezäunten Giftabteilung sind nicht genießbar. Zu ihnen zählen zum Beispiel oft für harmlos erachtete Farne, Efeu und Maiglöckchen. Im gegenüberliegenden Bauerngarten kann man merkwürdige Dinge entdecken. Zier-, Heil- und Gemüsepflanzen sind hier unmittelbar nebeneinander angebaut. „Mischkulturen innerhalb symmetrisch angelegter Beete lassen sich auf Anbaumethoden mittelalterlicher Klostergärten zurückführen“, sagt Ingo Hahn, Abteilungsleiter Garten- und Landschaftsbau, während der Besichtigung.
Ihr Vorteil liegt damals wie heute in der Schädlingsbekämpfung. Heutige Monokulturen unserer Felder und Gärten bilden einen starken Kontrast zu dieser Anbaukultur.
Neben den beiden denkmalgeschützten Gärten enthält der Vorpark zusätzlich noch eine Streuobstwiese, auf der alte Obstsorten kultiviert werden. Durch den sich in den letzten Jahren wandelnden Trend vom Nutz- und Wirtschaftsgarten zum Ziergarten werden alte Sorten kaum noch angebaut. Die Bedeutung der Streuobstwiesen erfahren wir, sei durch die Gentechnik noch wichtiger geworden, da die alten, oft krankheitsresistenteren Obstsorten hier als genetisches Potential erhalten werden und für viele Tierarten Lebensraum bieten.
Anne Diensberg, Svenja Winninger
Moderne Gebäudetechnik
Im Umweltzentrum Cottbus wird auf umweltfreundlichen Wegen Wärme produziert und genutzt. Diplomingenieur Robert Ache vom Lehrstuhl Technischer Ausbau der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus erläuterte uns die Details. Zur Stromgewinnung wurde an der Fassade des Gebäudes eine leistungsstarke Photovoltaik-Anlage installiert. Mit Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen bezeichnet. Diese Solarzellen bestehen aus monokristallinem Silizium.
„Die Haltbarkeit einer Photovoltaik-Anlage beträgt zirka zwanzig Jahre“, berichtete Robert Ache. Zudem integrierte man in das Umweltzentrum eine Wärmepumpe, die unter ökologischem Aspekt Wärme erzeugt. Das Prinzip funktioniert so: Die Wärmepumpe entzieht einem Reservoir niedriger Temperatur Energie. Diese Energie wird auf ein höheres Temperaturniveau angehoben und an die Hei-zungs- und Lüftungsanlage abgegeben. Der Erde, die die eingestrahlte Sonnenenergie speichert, wird dabei mit Hilfe vertikal verlegter Erdsonden Wärme entnommen und an einen Hilfskreis (Sole) abgegeben. Das gesamte System der Wärmepumpe ist ein geschlossener Kreislauf.
Die Wärmepumpe im Umweltzentrum ist zirka fünf Jahre alt, wobei mit einer weiteren Einsatzdauer von knapp fünfundzwanzig Jahren gerechnet wird.
Fraglich ist, ob der Einsatz einer Wärmepumpe wirklich rentabel ist, da zum wirksamen Betreiben auch Elektroenergie benötigt wird. Es wird jedoch mit geringem elektrischen Energieaufwand Wärme erzeugt. „Diese Gebäudetechnik macht insgesamt zwischen vierzig bis fünfzig Prozent der Gesamtkosten des Umweltzentrums aus. Die Gebäudetechnik teilt sich in fünf Bereiche, nämlich Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Gebäudeleittechnik“, sagte Robert Ache. Er wertet außerdem mit einem System, das 160 Meßstellen umfaßt, den Nutzen dieser Technik aus: Eine Wetterstation auf dem Dach mißt beispielsweise die Temperatur der Sonneneinstrahlung, Luftgeschwindigkeit und Windrichtung; in 25 und 50 Metern Tiefe wird die Temperatur an Erdsonden geprüft. Auch die Wandoberflächen in den Vor-tragsräumen liefern Energieverbrauchsdaten. Robert Ache kommt zu dem Ergebnis, daß die Wärmepumpe im Umweltzentrum Cottbus an der Grenze der Rentabilität arbeitet.
Das Baumrätsel an der Station 6
Unterwegs auf einem Naturerlebnispfad in Cottbus
„Der Naturerlebnispfad an der Spree bietet an zwölf Stationen die Möglichkeit, Natur in der Stadt mit allen Sinnen zu erleben“, so warb eine Broschüre zur Bundesgartenschau 1995 in Cottbus. Wir begeben uns im Jahr 2000 auf diesen anstrengenden Fußweg durch Wald und Wiesen, begleitet von den berühmtberüchtigten Spreewaldmücken. Er ist jetzt wesentlich verkürzt und führt nur noch durch den geschlossenen Parkbereich. Ingo Hahn, Abteilungsleiter Garten-und Landschaftsbau, bedauert das: „Der Pfad ist jetzt eigentlich zu dicht gebaut, aber so vor Vandalismus geschützt, denn leider waren die Stationen schon nach zwei Jahren zur Hälfte zerstört.“
Uns hat es vor allem die Station 6 angetan. Hier wurden uns Geheimnisse über das Alter der Bäume offenbart, zur Verschlüsselung auch „Baumrätsel“ genannt. Ebenso interessant war das „Baumtelefon“. Es besteht aus einem fünfzehn Meter langen Baumstamm, der als Resonanzkörper zur Übertragung von Kratz- und Klopfgeräuschen, sogenannten Baum-e-mails, dient. Am besten gefiel uns aber das „Wasserauge“ an Station 4. Es besteht aus einer kreisförmig ausgebildeten Holzplattform, in der im zentralen Bereich ein Glasauge, eben das Wasserauge, angebracht ist, was eine gute Unterwasserbeobachtung möglich macht. Eine eher betrübliche Beobachtung war jedoch Abfall in Form einer Plastikflasche direkt am Wasserauge. Anscheinend ist das Müllproblem trotz neuer, gesicherter Wegführung auf dem Naturerlebnispfad doch noch nicht gelöst.
Aber weiter geht es auf der Entdek-kungstour in Sachen Buga. Am Haltepunkt „Glückauf“ wartet bereits die Parkeisenbahn, wo wir in offenen Wagen das Gelände kennenlernen. Schon sehen wir den Spreeauenpark mit seinem Veranstaltungspavillon und attraktiven Freizeitmöglichkeiten für Familien mit Kindern wie Wasserspielplatz oder Spielhaus. Wir fahren am Stadion der Freundschaft vorbei, wo das Herz jedes Fußballfreundes höher schlägt, als wir Spieler des Bundesliga-Aufsteigers FC Energie Cottbus beim Training beobachten können.
Weiter geht die Fahrt entlang an herrlich angelegten Wasserflächen und Blumenbeeten, durch Wiesenlandschaften, an alten Bäumen vorbei Richtung Tierpark. Für einen kurzen Moment ist sogar ein Blick auf die Pyramide des Branitzer Parks zu erhäschen, und die Fahrt endet wieder am Haltepunkt des Buga-Geländes.