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Dr. Nachtsheim 75 Jahre alt


 

Im Jahre 1999 feierten drei Jubilare einen runden Geburtstag feiern. Der erste und jüngste von ihnen war unser ehemaliger Direktor Dr. Erwin Nachtsheim, der am 25. April 1924 in Andernach geboren wurde und seinen 75. Geburtstag feiern konnte.

Dr. Nachtsheim ist ein ehemaliger Schüler des Stiftsgymnasiums. Er trat 1935 in die Sexta ein und erlebte einige Jahre später die Umwandlung der Schule in eine „Stiftische Oberschule für Jungen“. Im Juli 1942 mußte er von der Schule abgehen, um seiner Dienstpflicht beim Reichsarbeitsdienst zu genügen, nach deren Beendigung er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Als Schulabschluß stellte ihm Oberstudiendirektor Brinckmann den sogenannten Reifevermerk aus. Im November 1943 wurde er im Mittelabschnitt der Ostfront verwundet und in ein Lazarett eingeliefert. Da man ihm die Versehrtenstufe III zuerkannte, kam er während des Kriegs nicht mehr an der Front zum Einsatz, sondern die Wehrmacht beurlaubte ihn im Wintersemester 1944/45 für das Studium des höheren Lehramts in den Fächern Deutsch, Geschichte und Englisch.

Nach dem Krieg wurde der Reifevermerk allgemein nicht mehr anerkannt, und, obwohl er bereits im zweiten Semester war, mußte sich Erwin Nachtsheim einer Nachprüfung unterziehen. Danach konnte er zügig weiterstudieren und an der Philosophischen Fakultät der Philipps-Universität zu Marburg seine Promotion über das Thema „Die Geschichte der Papistenverschwörung im England des 17. Jahrhunderts“ abschließen. Im Februar 1951 schloß Dr. Nachtsheim dann sein Studium mit der Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab, und noch im selben Jahr heiratete er Gertrud Eickelmann, eine Sauerländerin. Das Ehepaar bekam vier Söhne, die ihrerseits verheiratet sind und eine Familie gegründet haben.

Seine Referendarausbildung erhielt Dr. Nachtsheim in Neuwied und Koblenz. Nach dem Assessorexamen (1953) unterrichtete er am Städtischen Gymnasium Koblenz, wo er auch bereits als Referendar tätig war, bis er am 1. Oktober 1956 zum Studienrat am Städtischen Gymnasium für Mädchen in Andernach ernannt wurde. Um das amerikanische Erziehungssystem kennenzulernen, ging er von Herbst 1963 bis Sommer 1964 an die High-School Bitburg, eine Schule der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland. 

Es folgten bald weitere Beförderungen, am 18. Oktober 1965 die Ernennung zum Oberstudienrat und am 16. September 1969 die Ernennung zum Studiendirektor am Staatlichen Bertha-von-Suttner-Gymnasium als Leiter der Orientierungsstufe. Gleichzeitig war er auch verantwortlich für die Kooperation mit dem Kurfürst-Salentin-Gymnasium und mit dessen Leiter der Orientierungsstufe Dr. Ewen. In diesen Jahren war er auch als Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion im Stadtrat und in verschiedenen Ausschüssen der Stadt kommunalpolitisch tätig. Zwölf Jahre lang war er Mitglied des Pfarrgemeinderats der Pfarrei Maria Himmelfahrt und lange Zeit dessen Vorsitzender.

Im Jahre 1980 wurde Dr. Nachtsheim als Nachfolger Heinz Thullens zum Oberstudiendirektor am KSG ernannt. Damit kehrte er als Direktor an die Schule zurück, die er einst als Sextaner zum ersten Mal betreten hatte. Am 1. August 1987 wurde er schließlich in den Ruhestand versetzt..

Zum 75. Geburtstag gratulierte die Schulleitung vertreten durch die Herren Häckell, von Wyhl, und Schmitt. Mit ihnen kamen Winfried Sigismund  als Vertreter des Personalrats und Dr. Fischer als Vertreter der Ehemaligen. Die Gäste wurden freundlich vom Jubilar und seiner Frau  empfangen. Dank des schönen Frühlingswetters konnte  man sich auf die Terrasse im Garten setzen. Die Gespräche befaßten sich mit den aktuellen Problemen der Schule und schweiften auch bald in die Vergangenheit.

Seit der Pensionierung unternahm Dr. Nachtsheim mit seiner Frau viele Reisen, vorwiegend in die Inselwelt des Mittelmeers und der Kanaren. Als leidenschaftlicher Gärtner widmet er viel Zeit seinem Garten. Er verfolgt auch weiterhin aufmerksam das politische und kulturelle Geschehen. Ein besonderes Schwergewicht hat für ihn, den alten Andernacher, die historische und kulturelle Entwicklung seiner Heimatstadt, und manche Vorträge, die er gehalten hat, weisen ihn als Kenner der Andernacher Geschichte aus.

Dr. Nachtsheim war ein Lehrer, der sich seinem Beruf mit Leib und Seele widmete und immer ein offenes Ohr für seine Schülerinnen und Schüler hatte. Es erfüllte ihn stets mit Freude, wenn ihm ehemalige Schüler sagten, daß sie gern zur Schule gegangen seien und noch die Erinnerung an manche Kurzgeschichte oder Anekdote bewahrten. Wichtig war für ihn auch der  menschliche Kontakt zu seinen Kolleginnen und Kollegen, seinen Mitarbeiterinnen im Sekretariat und dem Hausmeister, wofür auch manchmal die Verwaltungsarbeit zurücktreten mußte. Gern erinnert sich der Jubilar auch an das gute Einvernehmen mit dem benachbarten Bertha-von-Suttner-Gymnasium und den anderen Schulen des Schulzentrums (Realschule und Hauptschule), mit denen man gemeinsame Sommer- und Karnevalfeste feierte, die bei Eltern und Schülern gleichermaßen beliebt waren.

Die Vereinigung ehemaliger Salentiner gratuliert Dr. Nachtsheim recht herzlich zu seinem Geburtstag und wünscht ihm und seiner Frau alles Gute.