KSG Andernach


Martin Zwick: Der Jahrgang 1964



Im Juni 2001 war es anläßlich der Mitgliederversammlung unserer Ehemaligen-Vereinigung zum einem Sponti-Treffen von vier Klassenkameraden der Alt-Vierundsechziger gekommen. Dabei wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, ein Jahr später ein "richtiges" Klassentreffen zu organisieren - immerhin 38 Jahre nach der Bescheinigung der Reife und dem Auseinandergehen der Klasse von 1964. (Zwischenzeitlich, in den 70er Jahren, hatte es zwei kleinere Treffen gegeben, die aber nur mäßig besucht waren.)

Erinnerungsfoto 64er
Erinnerungsfoto der Abiturientia 1964 bei ihrem Besuch im Kurfürst-Salentin-Gymnasium


Zunächst galt es , die Adressen einiger "verschollener" Kameraden ausfindig zu machen: dabei halfen unsere Ehemaligen-Vereinigung, das bewährte Schneeballverfahren und auch das Internet. So konnten im Vorfeld alle ehemaligen Kameraden erreicht und eingeladen werden, wobei einige erst bei dieser Gelegenheit erfuhren, daß vier Kameraden zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben waren. Wolfgang Bauer, Gernot Fleischmann, Helmut Pesch, Hans Zach.

Am 29. Juni 2002 dann also unser Treffen. Bei herrlichem Sommerwetter fanden sich vor dem Hauptportal unserer alten Schule elf Mitglieder unserer Abiturklasse ein, mehrheitlich in charmanter Begleitung der Partnerin. Gegenseitiges Vorstellen und Begrüßungstrunk nahmen einige Zeit in Anspruch, galt es doch, in nahezu vier Jahrzehnten mehr oder weniger veränderte Persönlichkeiten wieder zu erkennen. (Dabei fiel mir auf: Gesichter, Frisuren, mitunter auch die Leibesfülle mögen sich stark wandeln, was sich kaum verändert, ist die Stimme. Der "Tonfall" von Manfred und Bernd, Michael und Karl-Heinz und allen anderen: exakt derselbe wie vor 40 Jahren.) Unter der sachkundigen Führung von Dieter von Wyhl, auch ehemaliger Salentiner und heute Studiendirektor am KSG, startete dann ein Rundgang durch die alten und neuen Gänge des Gymnasiums: Klassenräume, Physiksaal, Musiksaal - Nostalgie pur, unterstützt durch alte Fotos von Klassenfahrten. (An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Dieter für den geopferten Nachmittag! Wie wir hörten, reichte unsere Spende an die Schulbibliothek aus für einige Neuanschaffungen.) Nach Kaffee und Kuchen im Cafe am Rathaus begab sich die Gruppe zum Friedhof, um an den Gräbern unseres Klassenlehrers, Johannes Machate, und von Wolfgang Bauer, Blumen niederzulegen und ihrer zu gedenken.

Die weiteren Stationen sind rasch erzählt: Abendessen in der "Pfeffermühle" am Rhein, dabei viele Anekdoten und Geschichten aus dem gemeinsamen Pennälerleben. Und dann der Beschluß zu später Stunde, bei guter Laune und relativ klarem Verstand gefaßt: im Jahr 2004, also zum 40. Jubiläum unseres Abiturs, soll es eine Neuauflage des Klassentreffens geben. Am Sonntagvormittag traf sich die etwas verkleinerte Gruppe - einige waren da schon abgereist - wieder bei sehr schönem Wetter zu einem Stadtrundgang: vom Alten Krahnen rauf auf den Runden Turm - herrlicher Ausblick - und danach zum Mariendom. Das anschließende WM-Finale ging für unsere Kicker zwar verloren, doch das tat der guten Stimmung und dem Erfolg des Treffens keinen Abbruch.

Die traurige, ja schockierende Nachricht erreichte uns nur drei Wochen später: unser Freund Karl-Heinz Margraff, der das Treffen maßgeblich vorbereitet und mit Freude daran teilgenommen hatte, ist während einer Reise mit seinem Ruderclub in Mecklenburg-Vorpommern plötzlich verstorben. So trafen sich auf dem Andernacher Friedhof, diesmal früher als erwartet, wieder einige aus unserer Klasse, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.