KSG Andernach


Enthüllung der Gedenktafel für die im Dritten Reich ermordeten ehemaligen jüdischen Schüler (23. Juni 2001)



Die „Vereinigung ehemaliger Salentiner“ hat im alten Foyer des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums eine Gedenktafel anbringen lassen und diese am Wochenende enthüllt. Damit wird neun jüdischer Schüler des Gymnasiums gedacht, die von Nazis ermordet wurden.
Gedenktafel 2001
Blick ins Auditorium
Foto: Peter Heinsch


Vorsitzender Claus Peitz begrüßte zu der Enthüllung OB Achim Hütten, Manfred Broker, den Abteilungsleiter für Schule und Kultur in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, KSG-Schulleiter Eberhard Häckell und Barbara Söhngen, Vorsitzende des deutsch-israelischen Freundschaftskreises. Peitz sieht in der Gedenktafel einen Appell an gegenwärtige und künftige Schülergenerationen, die leidvolle Vergangenheit durch das Naziregime nicht zu vergessen. Für Schulleiter Häckell ist die Gedenktafel ein Mahnmal, um sich stets aufs neue bewußt zu machen, wie unmenschlich der Mensch sich entwickeln könne. „Ich danke dem Verein der Ehemaligen mit seinem neuen Vorstand Claus Peitz, Herbert Lohrum und Dr. Wolfgang Fischer, daß hier am Andernacher Traditionsgymnasium ein konkretes Zeichen zur Erinnerung gesetzt worden ist“, führte Häckell aus.
Gedenktafel 2001
Dr. Fischer während seiner Ansprache
Foto: Peter Heinsch
Gedenktafelenthüllung 2001
Die Enthüllung der Gedenktafel. V.l.n.r.: Dr. Wolfgang Fischer (Schriftführer der Vereinigung ehemaliger Salentiner), Oberstudiendirektor Eberhard Häckell, Claus Peitz (Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Salentiner) und Oberbürgermeister Achim Hütten.
Foto: Peter Heinsch


Dr. Fischer, der viele Jahre in Archiven der Schule, der Stadt und auch im Bundesarchiv recherchiert hatte, beleuchtete in seinem Vortrag zur Geschichte der Juden in Andernach die Schicksale der neun auf der Plakette genannten jüdischen Schüler: „Leopold Kallmann aus Wollendorf, Maximilian Klee aus Saffig, Moritz Meyer aus Remagen sowie die Andernacher Isidor Loeb, Eugen Meyerhoff, Siegmund und Albert Weber, Werner Weinberg und Siegbert Portje wurden deportiert und starben größtenteils in den Konzentrationslagern”, sagte Fischer. Mit Walter Feist aus Koblenz und Berthold Kaufmann aus Andernach hätten zwei jüdische Schüler im Ersten Weltkrieg ihr Leben für unser Vaterland gelassen, woran auch erinnert werden solle. Eine solche Tafel könne nur ein kleines Stück Balsam auf die Wunden der jüdischen Mitschüler zwischen 1933 und 1945 sein, betonte OB Achim Hütten. Viel wichtiger sei es heute, juden- und ausländerfeindlichen Tendenzen frühzeitig und entschlossen entgegenzutreten. Die Gedenkstunde wurde stilvoll umrahmt mit Beiträgen von Gitarren-Solist Christoph Lang, Schüler der MSS 11 am KSG. (sta)