Vorbereitung auf die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999
Das seltene Ereignis einer totalen Sonnenfinsternis ist für den 11. August 1999 angesagt. „Das Phänomen wird in unseren Breiten in einer Totalitätszone, die von der Normandie über das Saarland, das nördliche Baden-Württemberg und Südbayern bis in die Türkei reicht, zu beobachten sein“, hieß es am Kurfürst-Salentin-Gymnasium in Andernach.
Zur Vorbereitung auf das spektakuläre Naturereignis, das letztmals im deutschen Raum 1887 zu sehen war und sich nach 1999 erst im Jahr 2135 wiederholen wird, veranstaltete die Fachschaft Physik am KSG eine Vortragsreihe, um Interessierten Tips zu geben, wann, wo, was und wie man beobachten kann.
Sven Czernik referierte zunächst über historische Finsternisbeobachtungen, die in ihrer erstaunlichen Genauigkeit noch heute eine wichtige Quelle wissenschaftlicher Erkenntnisse seien. In primitiven Vorstellungen, zum Beispiel im alten China oder noch heute im ländlichen Südamerika, werde die Sonne bei einer Finsternis von Tieren wie Drache oder Puma verschlungen. Jörg Pöttgen gab konkrete Hinweise, wie schon mit einfachen Hilfsmitteln wie Fotoapparaten, Feldstechern, Fernrohren oder auch Schweißer-Brillen als Schutz für die Augen interessante Beobachtungen möglich seien. „Durch ungeschütztes Beobachten haben 1970 in den USA 145 Menschen ihr Augenlicht verloren“, warnte Pöttgen. Die Vorträge ergänzten Burkhard Weber und Walter Reis durch Computeranimationen und Simulationsprogramme für jeden gewünschten Standort, da sich die Sonne in Andernach nur zu 97 Prozent verfinstere. Topreferent der Vortragsreihe, die rund 250 begeisterte Eklipse-Fans aus Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft verfolgten, war der saarländische Photodesigner und Hobbyastronom Gernot Meiser. Der passionierte Experte für Sonnenfinsternisse dokumentierte in einem Multivisionsvortrag mit eindrucksvollen Bildern seine Reise zur Sonnenfinsternis vom 3. November 1994 im südlichen Bolivien, wobei seine sechswöchige Expedition ins unwegsame Gelände an der chilenischen Grenze fast im letzten Moment durch aufkommende Bewölkung gescheitert wäre. Da der Termin der Sonnenfinsternis 1999 in die Sommerferien fällt, rät die Fachschaft Physik am KSG allen Interessenten, sich das einmalige Ereignis durch einen Kurztrip nach Süddeutschland nicht entgehen zu lassen. Das lohne sich! Allemal!
G.S.